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Wissenschaftliche Weiterbildung und Kooperation
Umweltschutz in Einrichtungen des Gesundheitswesens

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Umweltschutz in Einrichtungen des Gesundheitswesens

Entwicklung eines organisationsmodells und neuer Qualifizierungsstrategien für den
Umweltschutz in Einrichtungen des Gesundheitswesens

development of an organisation model and new qualifying strategies for environment protection


Zeitraum: 01.01.1998 – 31.12.2000

Abstract

The goal of the project was the improvement of the general environment situation in hospitals. This had to be achieved by an additional training of the staff and the development of new organisational forms with consideration of quality assurance. The innovative character of the project was the different styles of cooperation, consulting the organisation and training the staff, as well as financing the furthering of the project.

Ziel

Ziel des Projektes war die Verbesserung der allgemeinen Umweltsituation in Krankenhäusern. Diese sollte durch eine zusätzliche Qualifizierung der Mitarbeiter und die Entwicklung neuer Organisationsformen unter Berücksichtigung der Qualitätssicherung erreicht werden. Der innovative Charakter des Modells lag in den Bereichen der Kooperationsform, der Verbindung von Organisationsberatung und Qualifizierung sowie der Finanzierungsform des Weiterbildungsprojektes.

Beschreibung

Die Konzeption und Umsetzung der Qualifizierungsmaßnahmen erfolgte in enger Kooperation der Projektbetriebe mit der TU Berlin. Ziel war die Entwicklung einer praxisnahen Weiterbildung. Dieses Ziel wurde über den methodischen Ansatz erreicht, eine systemische Organisationsberatung mit der gleichzeitigen Erhebung des Weiterbildungsbedarfs zu verbinden. Unserer Meinung nach stellt gerade diese Form der Projektarbeit den Schlüssel für die Per-spektive einer langfristigen und vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Betrieben und universitären Einrichtungen dar.
(Von besonderem Interesse für die Partner ist die Vollfinanzierung dieses Modellprojektes über den ESF und den Senat.) Die Mitarbeiter/innen wurden angeleitet, negative Umweltauswirkungen zu erkennen und Lösungsvorschläge zu generieren. Mehr Qualität im Umweltbereich sollte in Hinblick auf neue Beschäftigungsmöglichkeiten, Arbeitsplatzerhaltung und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit geschaffen werden. Angestrebt war, die wirtschaftlichen Vorteile umweltfreundlichen Verhaltens, die Berücksichtigung des Umweltschutzes als zusätzliches Qualitätsmerkmal und das Aufzeigen des Innovationspotenzials alternativer Organisationsmodelle zu belegen.
Der Schwerpunkt lag auf der Qualifizierung im Pflegebereich Beschäftigter. Es wurde nach Strategien gesucht, das Profil des Pflegeberufes umweltschutzbezogen zu erweitern und dadurch Motivation, soziale Kompetenz, Teamfähigkeit sowie eigenverantwortliches Handeln zu stärken. Zur Förderung dieser Ziele wurden innerbetriebliche Kooperations- und Handlungsstrukturen durch Qualitätszirkel und Qualifizierungsmaßnahmen aufgebaut. Kernstück des Modells ist das kompetente und motivierte Team (z.B. das Stationsteam), ein entscheidender Baustein die informierte und qualifizierte Person, die dezentrale Umweltkraft (DUK) auf der Station.

  • Als Ziel-Faktoren einer langfristigen und nachhaltigen Ökologisierung von Gesundheitseinrichtungen wurde formuliert:
  • nachhaltige Implementierung ökologischer Produkte
  • Stärkung und Ausbau bereits vorhandener betrieblicher Strukturen, insbesondere der dezentralen Umweltkräfte, der zentralen Umweltschutzbeauftragten und der Beschaffungskommissionen
  • Festigung und Ausbau des bereits bestehenden Netzwerkes
  • Integration des Netzwerkes in bereits vorhandene überbetriebliche Strukturen des Ge-sundheitswesens
  • Schaffung eines neutralen Forums (vermittelt über die Wissenschaft) zum Fachaustausch und zur Durchführung entsprechender Weiterbildungsmaßnahmen


Der Prozess wurde über die Arbeit in den einzelnen Projektbetrieben hinaus von einem lokalen Netzwerk unterstützt. Der Projektträger TU Berlin beriet, moderierte und qualifizierte die Akteure. Über ziel- und lösungsorientierte Gesprächs- und Workshopinterventionen entwi-ckelten die Akteure ihre Gestaltungskompetenz und generierten Umsetzungsmöglichkeiten. Grundlage für die Implementierung ökologischer Produkte und Umweltschutzmaßnahmen war eine klassische Schwachstellenanalyse technischer und ökonomischer Daten.

Ergebnisse

In allen Projektbetrieben wurden Probeläufe für Umweltschutzmaßnahmen durchgeführt, insbesondere zur Optimierung der Wertstofftrennung und des Abfallmanagements.

Die Ergebnisse, gerade im ökonomischen Bereich, überraschten alle Beteiligten positiv. Kostensenkungspotenziale von bis zu 1/3 der Entsorgungskosten konnten aufgezeigt und somit der wirtschaftliche Vorteil umweltfreundlichen Verhaltens belegt werden. Durch den Probelauf veränderten sich die Kontakte und Kommunikationsstrukturen zwischen den einzelnen Funktionsbereichen und Hierarchiestufen. Der Grad der Veränderung war stark von der vor-gefundenen Unternehmenskultur beeinflusst. Zudem steigerte die Teilnahme an dem Projekt und die damit einher gehende Veränderung der internen Kommunikationsstrukturen die Motivation und die Bereitschaft von Geschäftsführungen und Beschäftigten, sich verstärkt für Umweltschutzmaßnahmen einzusetzen und weiterhin bei einem Anschlussprojekt mitzuwirken.

Projektmitarbeiterinnen

Dipl. Pol. Iris Löhrmann
Dipl.-Ing. Dipl.-Volksw. Ute Salmen
Dipl.-Ing. Annegret Dickhoff

Das Projekt wird finanziert durch: Europäischer Sozialfonds (ESF); Senatsverwaltung für Arbeit, Berufliche Bildung und Frauen.

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