TU Berlin

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Wissenschaftliche Weiterbildung und Kooperation
Geschichte

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Kleine Geschichte der Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt

Kooperation Hochschule und Gewerkschaften
Lupe

In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre begann ein Dialogprozess zwischen dem DGB Berlin und der TU Berlin zur Gründung einer Kooperationsstelle, der im Juni 1989 in den Abschluss eines Kooperationsvertrages mündete. Damit war zum einen das Ziel verbunden, eine stärkere Berücksichtigung von arbeitnehmer- und arbeitsweltrelevanten Fragestellungen in der Wissenschaft zu erreichen, insbesondere in Forschungsprojekten, die an der TU durchgeführt wurden. Zum anderen sollten im Zuge einer verstärkten Zusammenarbeit seitens der Universität auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stärker adressiert werden – beispielsweise im Rahmen von gemeinsamen Arbeitsvorhaben in Forschung, Lehre und Weiterbildung. Der Vertrag war zunächst auf fünf Jahre befristet, er enthielt aber bereits die Absichtserklärung für eine dauerhafte Zusammenarbeit. Vorbild der Gründung der Kooperationsstelle „Hochschule/Gewerkschaften“ an der TU Berlin waren entsprechende Einrichtungen an anderen Orten, beispielsweise in Oldenburg, Bremen oder Bochum – aber auch an der FU Berlin existierte bereits seit den 1970er Jahren eine gemeinsame Kooperationsstelle mit dem DGB.

Beginn der Kooperationsarbeit im Februar 1990

Türschild vom ersten Quartier in der Hardenbergstraße
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Als am 12. Februar 1990 die beiden wissenschaftlichen Mitarbeiter der Kooperationsstelle, der Soziologe Dr. Jürgen Rubelt und der Ingenieur Friedrich Holl, dessen Aufgaben einige Jahre später von Dr. Werner Rosenberg übernommen wurden, die Arbeit aufnahmen, lagen die politische Wende in der DDR und die Öffnung der Berliner Mauer erst wenige Monate zurück. Die Mitarbeiter der Kooperationsstelle rückten die damit verbundenen Herausforderung unmittelbar in den Fokus und veranstalteten mehrere Tagungen zu den sozialen, ökonomischen und ökologischen Transformationsprozessen, die in Ost und West nun möglich schienen. Themen waren in dieser Zeit unter anderem regionale Strukturpolitik, Energie- und Verkehrspolitik sowie Fragen des betrieblichen Umweltschutzes und der Betriebsökologie. Im Wintersemester 1990/1991 erschien zum ersten Mal der Leitfaden „Offenes Bildungsangebot an der TU Berlin“, in dem pro Semester rund 120 Lehrveranstaltungen zusammengestellt wurden, die sich nicht nur an Studierende richteten, sondern auch interessierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern – mit und ohne Abitur – offenstanden. Ab 1992 dokumentierte die Kooperationsstelle außerdem regelmäßig arbeitnehmer- und gewerkschaftsorientierte Forschungsprojekte und Dissertationen, die an der TU Berlin durchgeführt wurden.

Mit der 1993 erfolgten Eingliederung in die neugegründete Zentraleinrichtung Kooperation (ZEK), die maßgeblich auf die Initiative des damaligen Vizepräsidenten Dr. Wolfgang Neef zurückzuführen ist, und dem Abschluss eines unbefristeten Vertrages zwischen dem DGB Berlin-Brandenburg und der TU Berlin im März 1995 wurde die Kooperationsstelle „Wissenschaft/Arbeitswelt“ auf Dauer gestellt und konnte ihre Arbeit in der bewährten Weise fortsetzen. In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre erweiterte sich das bearbeitete Themenspektrum um die (damals) neuen Themen Internet und Neue Medien, ab 2005 war die Wasserwirtschaft für einige Jahre ein Schwerpunktthema der Kooperationsstelle.

Das zweite Jahrzehnt 2000 bis 2010

Deckblatt der "Mittelbaustudie", 2009
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Das zweite Jahrzehnt der Geschichte der Kooperationsstelle (2000 bis 2010) war ebenfalls ereignisreich. So wurde an der TU Berlin eine gemeinsame Homepage für die Bundearbeitsgemeinschaft der Kooperationsstellen erarbeitet und in der Folge auch gepflegt. Eine gute Entwicklung war sicher die Gründung des „Campus Office“ im Jahr 2006, die gemeinsam mit der DGB-Jugend Berlin-Brandenburg sowie den Gewerkschaften ver.di und IG Metall erfolgte. In diesem Rahmen wird seither die arbeits- und sozialrechtliche Anfangsberatung für Studierende („students at work“) angeboten, die gut nachgefragt wird und das Beratungsangebot der TU Berlin um einen wichtigen Bestandteil ergänzt. Im Jahr 2007 wurde die ZEK – einschließlich der Kooperationsstelle – positiv evaluiert und erhielt die neue Bezeichnung Zentraleinrichtung Wissenschaftliche Weiterbildung und Kooperation (ZEWK), um der Weiterbildung als etablierter „zweiter Säule“ der Aktivitäten auch im Außenverhältnis eine stärkere Sichtbarkeit zu verleihen. Parallel musste die Kooperationsstelle im Zuge der allgemeinen Kürzungen der Hochschulbudgets durch den Berliner Senat einen schmerzhaften Einschnitt verkraften: Nach dem altersbedingten Ausscheiden von Dr. Werner Rosenberg wurde dessen Stelle nicht neu besetzt. Die Kooperationsstelle verfügte nunmehr mit Dr. Jürgen Rubelt nur noch über einen wissenschaftlichen Mitarbeiter. Schließlich betrat die Kooperationsstelle in dieser Zeit auch wissenschaftliches Neuland: im Jahr 2009 wurde eine der bundesweit ersten Studien präsentiert, in der hochschulübergreifend die Arbeits- und Beschäftigungssituation des wissenschaftlichen „Mittelbaus“ untersucht wurde.

Aktuelle Entwicklungen in der Kooperationsstelle

"Verkehrstagung" im Lichthof des Hauptgebäudes, 2015
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In den folgenden Jahren nahm das Thema Verkehr erneut einen prominenten Platz auf der Agenda der Kooperationsstelle ein. Gemeinsam mit dem DGB sowie den Gewerkschaften ver.di und EVG wurden 2011, 2013 und 2015 unter der Überschrift „Mit Bus und Bahn in die Zukunft“ drei gut besuchte Tagungen zum ÖPNV in Berlin und Brandenburg organisiert. Einen weiteren Schwerpunkt bildete der Themenkomplex Wirtschaft – Arbeit – Umwelt, zu dem ab dem Wintersemester 2012/2013 bislang drei Ringvorlesungen stattfanden, die gemeinsam mit dem DGB-Bundesvorstand vorbereitet und durchgeführt wurden. Seit 2011 erscheint außerdem der „Leitfaden“ in einem neuen Format. Er dient seither als eine Art Wegweiser, der die zahlreichen Weiterbildungsangebote an der TU Berlin steckbriefartig vorstellt und für weitere Informationen auf die entsprechenden Einrichtungen verweist.

Das bisher letzte Kapitel in der Geschichte der Kooperationsstelle erzählt erneut von einer weitreichenden Veränderung: Anfang 2017 verabschiedete sich Dr. Jürgen Rubelt von den Partnerinnen und Partnern aus Wissenschaft und Arbeitswelt und ging nach rund 27 Jahren Tätigkeit in der Kooperationsstelle in den Ruhestand. Seine Nachfolge trat am 01.02.2017 der Sozial- und Bildungswissenschaftler Dr. Ulf Banscherus an.

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